Das bGE allein...
kann nicht glücklich machen. Es kann nur einen Rahmen bilden für eine erneuerte Gesellschaft. Nach und nach wird es dazu an dieser Stelle Gedankengänge geben. Zum Beispiel über...
Das Bildungswesen
Das Bildungswesen ist auf Wissensvermittlung ausgelegt. Wissen ist sicherlich notwendig nicht verkehrt, aber es stellt sich die Frage, ob es das wichtigste Gut ist?
Für ein friedliches Miteinander sind soziale Kompetenzen mindestens ebenso notwendig. Diese zu vermitteln ist in der heutigen Schulform nicht realisierbar.
Auch muss die Frage, ob das Notensystem - das den Schüler natürlich hervorragend auf Leistungsgesellschaft polt - fördernd für den natürlichen Wissensdurst der Schüler ist, gestellt werden.
(Nicht nur) im Bezug auf das Grundeinkommen gilt es dem Nachwuchs zu vermitteln, wie sehr der Mensch mit seinem Tun das Miteinander bestimmt. Beim Grundeinkommen hat der Mensch endlich Möglichkeiten, seine Ideen zu verwirklichen. Eine “gesunde” Balance zwischen freier persönlichen Entfaltung und Verantwortung für das Ganze gilt es zu finden. Dies zu lernen bleibt im Übrigens nicht nur dem Nachwuchs vorbehalten - auch wir Erwachsenen haben dort wohl ein wenig Nachholbedarf. ;)
Neben der Gesundheit ist die Bildung der Jugend (und hier ist nicht nur das abfragbare Wissen gemeint) unser wichtigstes Gut. Hierfür gilt es entsprechende Mittel bereit zu stellen.
Tauschen statt Wegwerfen
Die Wirtschaft ist dran interessiert, dass möglichst viel konsumiert wird. Aus diesem Grunde wäre es für sie kontraproduktiv, Waren mit einer langen Lebensdauer herzustellen. Zwar muss die Qualität so beschaffen sein, dass der Kunde auch weiterhin zu Produkten dieser Firma greift, allerdings muss die Lebensdauer von vornherein begrenzt werden. Zusätzlich wird dem Konsumenten impliziert, dass er immer wieder neue, noch bessere Produkte kaufen muss - wie günstig, wenn dann nach zwei, drei Jahren der CD-Spieler seinen Geist aufgibt...
Wir haben uns zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt. Auch hochpreisige Artikel kann sich heute fast jeder leisten - zur Not mit Krediten. Altes wird nicht repariert sondern weggeworfen und durch Neues ersetzt. Dass die Serviceabteilungen häufig ausgelagert und der Support von - nicht selten völlig unqualifizierten Mitarbeitern - in preiswerten Callcentern übernommen wird kommt hinzu.
Eine Alternative, zumindest jedoch Ergänzung sind Tauschbörsen und Nachbarschaftshilfen. Erfreulicherweise nimmt das Interesse daran zu - noch gibt es viel zu wenig, und (meiner Meinung nach leider) meist mit starren Punkteregeln, aber es ist immerhin ein Anfang. Ich habe etwas was du gebrauchen kannst, du kannst etwas, wobei ich Hilfe brauche - wozu brauchen wir da externe Dienstleister oder Geld? Es geht hier nicht um Schwarzarbeit, sondern einfach um die Wiederentdeckung alter Werte wie Hilfsbereitschaft, Freigiebigkeit - und letztlich auch Pragmatismus. Links zu diesem Thema findet ihr auf der Linkseite.
Das Gesundheitswesen
Die Wirtschaft muss laufen - da ist es eher hinderlich, zum Beispiel auf Lebensmittelverpackungen über die ungesunden Zusatzstoffe hinzuweisen oder schädliche "Genussmittel" wie Tabak oder (hochprozentigen) Alkohol höher zu besteuern. Man hat das Gefühl, der Verbraucherschutz schützt nicht den Verbraucher sondern die Wirtschaft vor den Fragen und Sorgen des Verbrauchers! Solange die Gesundheit den Wirtschaftsinteressen untergeordnet wird ändert sich daran auch wohl nicht viel.
Dazu kommen weitere Probleme:
- Vielen Geringverdienern und ALG II-Empfängern fehlt schlichtweg das Geld um sich gesund zu ernähren.
- In unserer westlichen Zivilisation nehmen die psychischen Krankheiten - vor allem durch die Belastung in der Arbeitswelt bzw. durch die Sorgen vor der Arbeitslosigkeit - enorm zu.
- Die Menschen werden immer älter, es wäre viel mehr Personal in der Pflege notwendig, wofür wiederum viel zu wenig Geld zur Verfügung steht oder - wohl treffender - ausgegeben wird.
Mit dem Grundeinkommen würden natürlich längst nicht alle Probleme in diesem Bereich gelöst. Wenn aber nicht mehr die Wirtschaft der "allein anbetungswürdige Gott" wäre, statt dessen der Fokus mehr auf den Menschen statt auf den Konsumenten läge, wäre vielleicht ein erster Schritt in die Richtung getan.
Mitverantwortung
Das Kernproblem ist, dass sich viele Menschen ihrer Mitverantwortung der Gesellschaft gegenüber nicht (mehr) bewusst sind. Verständlich - zum einen wird vom Staat die "Ellbogengesellschaft" gefördert, zum anderen setzen sich in den Parteien seit Jahrzehnten die “Entscheider” über Volkes Willen hinweg. Der Glaube, dass "der Urnenpöbel" noch etwas bewirken kann ist nur noch bei wenigen vorhanden. Dabei ist es gerade mal 20 Jahre her, dass ein Volk - sicherlich begleitet von günstigen Umständen - friedlich ein gesamtes Regime gestürzt hat.
Auch der unfriedliche Versuch einer Systemumwälzung ist in seiner "Hochphase" gerade mal 30 Jahre her, all zu viel bewirkt hat dieser meiner Meinung aber nicht, außerdem brachte er Angst und Sorge (zwei Eigenschaften, mit denen zur Zeit auch der Innenminister wieder arbeitet) ins "geheiligte Wohnzimmer". Dauerhaft wirkungsvoll können nur friedliche, auf Einsicht basierende Änderungen sein.
Das Wissen um die Mitverantwortung muss wieder geweckt werden - in der Familie, aber auch in der Schule. Damit die Menschen diese Mitverantwortung bewusst wahrnehmen und gestalten muss allerdings auch eine Gesellschaft bestehen, die sich zu entwickeln und zu gestalten lohnt. Arbeit um der Arbeit willen, keine Zukunftsperspektive - all dies verlockt deutlich eher zu einer Antistimmung, die kaum konstruktiv sein kann.
Jeder Mensch betätigt sich politisch - selbst diejenigen, die dies nicht aktiv tun, machen es, wenn auch unbewusst. Jeder Mensch gestaltet die Gesellschaft mit. Dies muss nicht parteipolitisch sein - kann es aber. Eine Möglichkeit sind Montagsdemos gegen die Hartz-IV-Gesetze oder - hier in Berlin - die monatlichen Samstags-Demospaziergänge für das bGE.
Noch zu Ergänzen:
Es gibt sicher noch weitere flankierende Änderungen, die angegangen werden müssen






