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Warum das alles?

Warum gehen viel zu wenig Menschen gegen diesen Irrsinn auf die Straße?

Die Arbeitslosen, vor allem die Langzeitarbeitslosen, fühlen sich mitunter als Bittsteller: Sie erhalten Geld vom Staat und meinen, sich deshalb alles gefallen lassen zu müssen. Häufig kennen sie ihre Rechte nicht (und wissen damit nicht viel weniger als so mancher Sachbearbeiter im JobCenter), befürchten Kürzungen der Gelder und glauben, dass sich "sowieso nix ändert". Zusammengefasst: Sie haben Angst, sind unwissend und / oder resigniert.

Die Arbeitnehmer in den Niedriglohnjobs sind froh überhaupt einen Job zu haben! Sie fürchten sich - verständlicherweise - davor, in "die Fänge der Jobcenter" zu gelangen, noch weniger Geld zum Leben zu haben als sowieso schon.

Warum wird es so etwas wie eine bedingungslose Grundsicherung nicht geben?

Letztendlich entscheiden nicht Wähler oder Politiker sondern "das Großkapital". Dieses braucht nicht nur Geld sondern in erster Linie Macht. Gäbe es eine - ausreichende - Grundsicherung würde die Macht verringert bzw. ganz wegfallen. Zu Zeiten der Vollbeschäftigung konnte der Arbeitnehmer Forderungen stellen, Arbeitskräfte gab es nicht genug, es wurden "Gastarbeiter" verpflichtet (die sich selten nur als "Gast"arbeiter sahen). Der Arbeitsmarkt funktioniert - wie alle Märkte - durch Angebot und Nachfrage: Heute fragen viel mehr Menschen nach Arbeitsangeboten als der Markt - selbst wenn man nur einen "sinnvollen Arbeitsmarkt" hätte - hergäbe. In dieser Situation bestimmt der Arbeitgeber die Konditionen, er kann, sofern vom Staat nicht reguliert, Dumpinglöhne zahlen und deutlich mehr Gewinn erwirtschaften. Warum also sollten Arbeitgeber eine Änderung der Verhältnisse wünschen? (Angemerkt sei, dass viele mittelständische Arbeitgeber selbst kaum über die Runden kommen und selbst wenn sie besserer Konditionen schaffen wöllten dies schlichtweg nicht können).

Ein weiterer Grund ist die Tatsache dass die ältere Generation der Arbeitnehmer mit der Vollbeschäftigung aufgewachsen ist - geprägt vom Glauben, dass nur wer arbeitet auch etwas verdienen soll. Dass sich die Situation vollkommen geändert hat verlangt ein Umdenken zu dem viele noch nicht bereit sind - was auch durch die Lobbyarbeit der Arbeitgeber verstärkt wird. Stichwort: "Sozial ist was Arbeit schafft".

Warum sind alle dem "Arbeitswahn" bzw. "Arbeitsglaube" verfallen?

Auch dies hat wieder mit Macht zu tun: Arbeitgeber wollen keine Änderung des Systems, wollen weiterhin hohe Gewinne einfahren, warum sollten sie am Bewusstsein der Bevölkerung etwas ändern? Ferner versuchen die Arbeitgeber gezielt durch Lobbyarbeit den "Arbeitsglaube" in den Köpfen zu manifestieren.

Warum machen unsere Politiker das mit?

Auch die Regierung hat kein Interesse an einer Änderung: Menschen die Angst haben - vor Arbeitsplatzverlust, aber auch vor Terror - lassen sich besser "regieren" und hinterfragen weniger die Politik der Regierenden.

Warum diese Seite?

Ich habe mich als Betreuer von Langzeitarbeitslosen ausführlich mit dem Thema Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit befasst, habe als Angestellter, Selbständiger und Arbeitsloser meine Erfahrungen mit diesem System gemacht. In meinem direkten Umfeld leiden immer mehr Menschen unter der momentanen Situation - Angst vor Arbeitsplatzverlust, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Armut. Diese Situation ist nicht mehr hinnehmbar. Neben weiterem parteipolitischen Engagement ist es eben meine Art, durch Webseiten wie diese auf Missstände hinzuweisen.

Noch zu Ergänzen:
Weitere Fragen, weitere Antworten, weitere Aspekte.